Dienstag, 24.4.2018, 02:43
KGS Wiesmoor
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Vorlesewettbewerb

Gut vorgelesen haben sie alle, doch Kim Evers aus der 6H1 hat den Vorlesewettbewerb in diesem Jahr gewonnen. Mit sehr viel Gespür für den passenden Vortrag beim eigenen, aber vor allem auch beim fremden Text konnte Kim sich gegenüber ihren Mitbewerbern durchsetzen. In der Schulbibliothek hat sie aus dem Jugendbuch „Hilfe, die Herdmanns kommen!“ von Barbara Robinson vorgelesen. Mit diesem Sieg in der Auswahl der KGS Wiesmoor qualifizierte Kim sich für die Kreisauswahl in Aurich. Im März stand sie auch dort vor einer Jury. Begleitet wurde sie von ihrer Lehrerin Frau Hensen.


Gewaltopfer besucht Schüler der 8R1

Christoph Rickels aus Friedeburg erzählte den Schülern der 8R1 wie eine einzige Nacht sein ganzes Leben verändernd hat und vor allem, was er daraus gelernt hat. Seine Botschaft: „Andere fertigmachen und körperlich angreifen ist uncool – ich bin das beste Beispiel.“

Ohne Vorwarnung wurde der damals 20-jährige 2007 in Aurich nach einem Discobesuch niedergeschlagen und unfreiwillig zum lebenslangen Opfer. Der Täter hätte den Bewusstlosen noch mehrmals getreten.

Während Christoph erzählt, ist es ganz still in der Klasse: „…als ich nach vier Monaten aus dem Koma erwachte, konnte ich mich an nichts erinnern und musste alles wieder neu lernen: Essen, sprechen, laufen.“ Noch heute leidet er unter Gedächtnisverlust und einer Gehbehinderung. Auch sein rechter Arm ist in der Bewegung stark eingeschränkt, das Reden fällt ihm schwer. „Aber ich arbeite dran!“, so Christoph.

Nachdem er auch von seinen psychischem Wunden berichtete, haben sich die Schüler getraut, ihm innerhalb einer Fragerunde viele Antworten zum Thema Gewalt aus der Opferperspektive zu entlocken. Eine Schülerin berichtete später: „Einige von uns waren den Tränen nahe, aber Christoph hat uns zwischendurch immer wieder aufgeheitert und kleine Witze gemacht. Echt stark und mutig!“ Seine zum großen Teil selbst geschriebene Musik war es, die ihn wieder den „Mut zum Leben“ gab. Seine gleichnamige CD schenkte Christoph der Schulklasse, nachdem auch sie sich bei ihm mit einem selbst gestalteten Geschenk bedankt hatte.

Die Schüler haben in der Nachbesprechung der Stunde laut eigenen Aussagen und anschließend verfassten Texten von Christoph viel gelernt. Zusammenfassende Appelle der Klasse:
• Wann Gewalt anfängt, entscheidet das Opfer!
• Wir müssen respektvoller miteinander umgehen!
• Reden ist besser als schlagen!

Hintergrund: Die Klasse hatte zuvor den Jugendroman „Nicht Chicago. Nicht hier.“ von Kirsten Boie gelesen. Sein großes Potenzial liegt neben dem literarischen Anspruch in der Gewaltprävention, da es dazu anregt, über das Thema Mobbing und Gewalt nachzudenken. Denn es enthält keine Lösungen und Moralisierungen, sondern endet mit den Rachegedanken des 13-jährigen Gewaltopfers Niklas. Aus seiner Sicht wird erzählt, wie er immer wieder von einem Mitschüler seelisch und körperlich angegriffen wird - ganz ohne Grund. Ständig wird behauptet: So etwas gibt es hier nicht - „Wir sind hier doch nicht in Chicago!“.

Die von den Schülern parallel liebevoll gestalteten Lesetagebücher enthalten viele eigene Ideen dazu, was „schief“ gelaufen sein und wie sich ein Opfer vermutlich fühlen könnte.
Aber weder diese Aufgaben noch die anschließenden Stunden zum Thema konnten das mit auf den Weg geben, was unser sympathischer Besuch geschafft hat:

Danke Christoph – mach weiter so!


Rena Christians


Von Büchern und Archiven – Alternative Forschungsansätze jenseits von Wikipedia

Mittwoch, der 26.01.2011: 20 Stunden nach Ausgabe der Facharbeitsthemen machen sich 100 Schülerinnen und Schüler mit ihren Tutoren auf den Weg, um in den Bibliotheken der Umgebung gezielt zu recherchieren.

Drei Gruppen treten morgens um 8.00 Uhr die seit 2009 ein Mal jährlich durchgeführte Fahrt nach Oldenburg an. Dort suchen die Teilnehmer im Anschluss an eine Führung selbstständig oder mit Unterstützung der Tutoren in der Universitätsbibliothek nach Büchern oder Zeitschriftenartikeln, die ihnen als Grundlage für die Bearbeitung ihrer Facharbeitsthemen dienen können. Das heißt für die meisten: Das Schwitzen beginnt! Nicht nur hat die Bibliothek unendlich viele Treppen, nein: Auch die Bücher sind ziemlich schwer! Zudem: Regal reiht sich an Regal, die Identifikationsnummern sind kompliziert und dann ist da noch die Frage: Kann ich dieses Buch wirklich gebrauchen? Doch je mehr Zeit verrinnt, desto professioneller wird der Umgang der Teilnehmer mit dem für die meisten doch recht ungewohnten Medium. Am Ende werden die frisch erhaltenen Bibliotheksausweise gezückt und eine Menge „Lesestoff“ nach Wiesmoor abgeschleppt.

Zwei Gruppen fahren in die entgegengesetzte Richtung nach Aurich. Erstmalig besuchen Schülerinnen und Schüler der KGS hier das Staatsarchiv und die Landschaftsbibliothek. Unter sachkundiger Anleitung von Dr. Hermann, der den hoffnungsvollen „Beinahestudenten“ zuvor seinen Werdegang zum Archivar erläutert hat, begeben sich die Zuhörer auf eine Entdeckungsreise, bei der Betrüger aus den vergangenen Jahrhunderten anhand originaler, jedoch zum Teil gefälschter Dokumente entlarvt werden. Hierbei werden die Wiesmoorer zu Rekonstrukteuren, teilweise gar zu Akteuren des mittelalterlichen Ostfrieslands. Schnell sind zwei Stunden vergangen und die Teilnehmer von der Geschichte gefesselt. Im Anschluss bleibt noch genug Zeit, um die bereitgestellten Materialien zu sichten, Tipps zu erfragen und Termine zu vereinbaren.

In der Landschaftsbibliothek gibt Frau Brandes den SchülerInnen einen ausführlichen Einblick in das Berufsfeld einer Bibliothekarin und die Möglichkeiten, in der Landschaftsbibliothek die gesuchten oder erhofften Informationen, Bücher oder Artikel zu finden. Nach dieser kurzweiligen Einführung machen sich alle daran, möglichst viele Schätze in der Literatur zu entdecken und diese für sich nutzbar zu machen. Um 16.30 Uhr treten die Teilnehmer zum Teil schwer beladen, meist glücklich und doch ein wenig geschafft die Heimreise an.


Bücherei

Die Bibliothek ist eine Präsenzbücherei für Lehrer/innen und Schüler/innen. Seit 1996 wird sie kontinuierlich aufgebaut und umfasst heute (Februar 2004) etwa 6.500 Titel. Da die Bücher im Allgemeinen bloß in einem Exemplar vorliegen, können sie nur über das Wochenende oder während der Ferien ausgeliehen werden. Dabei bilden die Osterferien eine Ausnahme, denn der Abiturjahrgang übernimmt in Selbstverwaltung während dieser Zeit die Bücherei zur Vorbereitung auf das Abitur, sodass keine Bücher ausgeliehen werden können, es sei denn über Nacht oder am Wochenende. Wenn jemand Textvorlagen vervielfältigen will, so kann er das mit dem Kopierer in der Bücherei erledigen. Allerdings geht das nur, wenn man eine Kopierkarte hat, die käuflich erworben werden muss, versucht doch die Bücherei kostenneutral zu wirtschaften.
Von der Organisation her arbeitet die Bücherei fast papierlos. Ein Verzeichnis aller eingestellten Titel wird zwar jedes Jahr erstellt, aber überwiegend nur aus dem gesunden Misstrauen der Computer-Technologie gegenüber, falls Hard- und Software einmal den Dienst versagen sollten. Über eine Datenbank können die Titel gesucht, über das Schlagwortverzeichnis Titel zu Themenkreisen vom Computer zusammengestellt werden, so dass Referate zu schreiben, in Bezug auf die Recherche, ein „Kinderspiel“ ist.
Selbstverständlich ist die Bibliothek über das Netz der Netze mit der (Un)Kultur der ganzen Welt verknüpft, sodass weitere Hilfsmittel zum Thema gefunden werden können. Über die Suchmaschinen merkt man schnell, dass Masse nicht identisch ist mit Klasse, dass nicht alle Informationen für den Schulalltag aufbereitet sind, sodass ein „richtiges“ Buch aus der Bücherei oft die bessere Alternative sein kann.
Natürlich verwalten wir in unserer Bibliothek auch Videos und CD-ROMs. Die Videos können in einem separaten Raum angeschaut, die CD ROMs auf einem vorinstallierten Computer benutzt werden.
Die Tische und Stühle kann man im Handumdrehen zu Einzelplätzen, Klein- oder Großgruppen zusammenstellen, sodass allen Bedürfnissen eines Schulalltages Rechnung getragen werden kann.
Was nützt eine Bücherei einem Schüler, wenn sie geschlossen ist? Nichts. Deswegen hat unsere Bibliothek jeden Tag während der „Kernzeiten“ eines Schultages geöffnet, d.h. zwischen 7.45 Uhr und 11.30 Uhr und zwischen 15.00 Uhr und 17.00 Uhr bzw. 19.00 Uhr.

Besondere Ereignisse in der Bibliothek sind sicherlich die Lesenächte, die in allen Altersgruppen möglich sind und entsprechend dann auch in ihrem Ablauf variieren.
Autorenlesungen und –diskussionen in nicht zu großen Gruppen, die mindestens einmal im Jahr bei uns stattfinden, erhalten durch die Räumlichkeiten eine gewisse Intimität, sodass der Charakter eines solchen Erlebnisses mit einem externen Experten über die Schulzeit hinaus wirksam ist.
Der alljährliche Vorlesewettbewerb des Deutschen Buchhandels mit den repräsentativen Fotos, für die Teilnehmer schon ein herausragendes Ereignis aus dem normalen Schulalltag, wird natürlich in der Bücherei ausgetragen.

E. Kaufhold, FBL

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